Am Beginn der Arbeit mit Gruppen, die projektorientiertes
Lernen nicht gewöhnt sind, erarbeite ich ein Ablaufschema für
die Arbeit in der vorgesehenen Unterrichtszeit. Die Ausprägung der
hier nur schematisch vorgegebenen Unterrichtsphasen hängt stark von
der zur Verfügung stehenden Zeitdauer ab. Plane ich für ein Semester
(z.B. Vertiefender Unterricht), dann werden einzelne Phasen auch relativ
zu anderen kürzer ausfallen müssen, als wenn der Planungszeitraum
ein Jahr beträgt (z.B. Projektkurse im 13. Jahrgang oder Arbeitsgemeinschaften).
Im Normalfall ist der Weg rund um das "Projektei"
von einer Phase zur anderen bis auf eine Ausnahme nur in einer Richtung
zu durchlaufen. Das bedeutet, dass z.B. nach der Planung nur noch abgestimmt
(und nicht mehr geplant) wird und dass nach der Abstimmung nur noch gearbeitet
und die Planung nichtmehr verändert wird. Diese nur scheinbare Starrheit
des Vorgehens ist den SchülerInnen von vornherein bekannt und zwingt
dazu, die Gruppenarbeit in jeder Phase ernst zu nehmen. Sie verbietet es,
sich "noch ein Hintertürchen" offen zu lassen. Die Festlegung auf
die Zusammensetzung der Arbeitsgruppen mit dem Verbot der Veränderung
folgt daraus. Sie zwingt die Teilnehmer zu effektiver Konfliktbearbeitung,
die ich auf Anfrage oder aus Anlass eigener Beobachtung moderierend begleite.
Nur in ganz besonderen Ausnahmefällen greife ich hier durch die Erlaubnis
zum Gruppenwechsel ein.
Die eingeplante Ausnahme von der "Einbahn"-Richtung
bezieht sich darauf, dass während der Zeit der Gruppenarbeit schon
oft jedes Einzelergebnis alleine oder in der Gruppe bewertet wird und dass
je nach Ausfall dieser Bewertung die Arbeit u.U. wieder aufgenommen werden
muss.
(Hinweis zur Grafik: Für detaillierte Informationen
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"Überblick".)

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1. Phase: Ist und Soll
Bestimmung des Ist-Zustandes der Gruppe, ihrer Zielvorstellungen
und der Vorgaben
Leitfragen für diese Phase sind:
- Was will ich wissen?
- Was sollen wir wissen (lernen)?
- Was interessiert mich?
- Was weiß ich schon?
- Was wurde an uns herangetragen?
2. Phase: Planung
Themenfindung, Formulierung der Aufgabenstellung,
Organisation
- Gesamtaufgabe formulieren
- als Thema
- als Leitfrage(n)
- Vorinformationen (z.B. Referate)
- Teilaufgaben bilden
- als Unter-, Gruppenthemen
- als Leitfragen für die Gruppenarbeit (werden u.U.
in Phase 4: Ausführen modifiziert)
- Organisation der Gruppenarbeit
- Zeitplanung
3. Phase: Entscheiden
Wahlen und Abstimmungen
- Festlegen der Arbeitsgruppen
- Verteilung der Teilaufgaben
auf die Arbeitsgruppen unter Berücksichtigung persönlicher Interessen
- Entscheidung über nicht
bearbeitete Teilaufgaben
4. Phase: Ausführen
Gruppenarbeit
- Arbeitsteilung durch Gruppenarbeit
- Informationsgewinnung
- Aufbereitung der Informationen
- Reflexion über Gruppenstatus
und Arbeitsweise
5. Phase: Selbstbewerten
Nichtöffentliche Bewertung der Leistungen in
der Gruppe
- Reflexionsbögen erstellen
- Einzeln und gemeinsam in der
Arbeitsgruppe mit Noten und Punkten bewerten
- das Ergebnis insgesamt
- die Einzelleistungen
6. Phase: Präsentation und Fremdbewertung
- Vorlage des Konzepts der Präsentation
beim Kursleiter
je nach Art des Projekts:
- Abgabe und Vorstellung der Ausarbeitung
- Vortrag mit Medien vor der Gruppe
- Aufführung des Theaterstücks
- Vortrag der Musik
gemeinsam in der Gruppe:
- Bearbeitung der Reflexionsbögen
- Festlegung der Endnote und Punktwertung
für jede Person